Archive for Juni, 2010

Finale. Die Party für das Finale hat begonnen.

Montag, Juni 14th, 2010

Ein kleines Spiel. Mit Brust schwellendem Ergebnis. Auch wenn keiner zugesehen hat. Das Spiel ist ist eine große deutsche Party. Nur das Deutschland spielen muss. Nach acht Minuten ist sich die Nation sicher. Der Gegner ist anwesend bei der WM in Afrika. Aber nicht auf dem Spielfeld. Die WM ist die Chance mal so richtig Party zu machen. Öffentlich und privat die Sau vom feinsten rauszulassen. Ein jeder darf das. Die Frauen dürfen Cheerleader spielen. Sich mit rollenden Bäuchen auf den Bretterbühnen in den Kleingärten der Vorstadt präsentieren. Alle sind bemalt in den Nationalfarben in fünf Sekunden für einen Abend Nationalstolz. Oder auch wie die Afrikaner vor einem Ritual. Die WM scheint gerettet nach nur einem Spiel. Der Weltmeister bereits geboren, betrachtet man die Wucht der Autokorsen in Deutschland. Die WM lässt den täglichen Frust über die aktuelle Lage für drei Wochen vergessen. Auch wenn der Gegner mal stärker ist? Dann jubeln wir auch gerne jemanden anders zu. Genug Farbe kann man kaufen.

Die Bahn macht es möglich.

Donnerstag, Juni 10th, 2010

Wieder eine Fahrt im Zug aus dem schönen Frankfurt. Ein Zug voller wichtiger Menschen. Fast wichtiger als beim Fliegen. Die Unternehmensberater müssen jetzt wirklich unter das Fussvolk gehen und billiger Bahn fahren. Mit Laptop und weissem offenen Hemd im geschlossenen Abteil sitzend. Der Chef darf telefonieren. Der Gehilfe tippt wie ein Schriftsteller hektisch und nachdenklich zupfend am Kinderbart seinen Tagesbericht hinein. Immer schön arbeitend aussehen. Das gute an der Uhrzeit nach sechs Uhr: es darf ein Bier aus dem Speisewagen, ein echtes Becks konsumiert werden. Was für ein Highlight. Die Manchettenknöpfe glänzen im Sonnenlicht. Der Gang ist voller Menschen. Dann wie immer die Nachricht nach einigen Minuten aus dem Bahnhof heraus, dass wieder Passagiere zwischen den Gleisen gesichtet wurden und sich die Weiterfahrt verzögert. Oder auch dass der Zug umgeleitet wird. Und dann einige Ninuten ist wieder alles ok. Bahnfahren ist in Deutschland ein wirkliches Erlebnis. Die Gänge sind überfüllt. Wer reserviert hat, sitzt im Glück. Im Abteil das Glück auf Erden. Wirklicher Reisekomfort. Gerade kommt der Fahrkarten-Sheriff den Gang entlang. Den Piercing-Automaten für die Fahrschein gekonnt geschwungen. Die Unternehmensberater unterhalten sich über die Wichtigkeit von Protokolle. Der Assistent wird überzeugt. Er muss den Bericht auch schreiben. Kalter und fettiger Schweiß liegt in der Luft und verschmutzt den sensiblen Geruchssinn. Von der Stirn tröpfelt Schweisswasser vermischt mit mittelteuerem AfterShave. Der einzige, der gerade so richtig verdient ist das BordRestaurant. Die Fahrt geht weiter an der vorüber ziehenden grünen Vorzeigelandschaft Deutschlands. Wellige satte Flächen, wie aus dem Märklin Katalog. Bis es dunkel wird.